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©2019 Hundeschule Wegbegleiter. Ettina Zach

Wie ich auf den Hund und den Hundeberuf gekommen bin

Hunde sind so vielseitig und facettenreich. Ich beobachte sie gerne: Wie sie miteinander interagieren, wie sie sich mit ihren Menschen verhalten und mit ihnen leben, wie Hund und Halter*in ihre gemeinsame Beziehung gestalten und Herausforderungen bewältigen. Ich finde es faszinierend, wie Hunde auf ihre Umwelt reagieren und mit ihr interagieren, wie sie auf Kommunikationsangebote von Menschen und Artgenossen eingehen und sich positionieren und welche Dynamiken und Beziehungen sich dabei ergeben und zeigen können. Hunde sind so vielfältig begabt und vielschichtig. Sie sind passionierte und hochtalentierte Arbeiter, Therapeuten, Freunde, Begleiter und Seelenstreichler. Sie sind auch heute noch wichtige Unterstützer bei Arbeiten wie Jagen, Schäferei oder dem Aufspüren illegaler Substanzen. In großen Städten sind sie aber häufig vor allem eines: Hündische Wegbegleiter.

Das Leben in der Großstadt hält viele Überraschungen bereit und kann für Mensch und Hund gleichsam anspruchsvoll sein. Durchaus kann es auch mal zur richtigen Herausforderung werden, unbeschadet und stressfrei mit dem hündischen Wegbegleiter von A nach B zu kommen. So ging es mir mit meinem Kromfohrländer-Mix-Rüden Albo, der mich schließlich auch auf den Hundeberuf gebracht hat. Wir mussten erst einige Jahre zusammenwachsen, bevor wir ein gutes Team wurden. Es war nicht immer leicht miteinander. Sein hohes Energielevel, die große Reizoffenheit, die Tendenz zu Hektik, Nervosität und Schreckhaftigkeit, das hohe Maß an Übersprungshandlungen, die Neigung zu innerartlichem Aggressionsverhalten haben mich und uns sehr beansprucht. Und gleichzeitig wäre ich ohne ihn doch nie so tief in die faszinierende Welt der Hunde eingetaucht.

Vor allem durch und mit Albo musste und wollte ich mehr wissen und verstehen über die faszinierende Welt der Hunde und ihrer Menschen. Ich wollte verstehen, was da eigentlich los ist, mit ihm und mit unserer Beziehung. Und natürlich wollte ich unsere Probleme lösen und ein möglichst harmonisches Zusammenleben ermöglichen. Ich wollte und musste mehr über die Kunde vom Hund, über problematisches Verhalten und Lösungsansätze, über Hundetraining und Beschäftigungsformen, über die Beziehung von Menschen und ihren Hunden erfahren und lernen. Und immer häufiger fragten mich befreundete Hundehalter*innen um meine Meinung und einen kleinen Rat. Hundeschulkurse, Seminare, Bücher, DVDs reichten einfach nicht mehr aus, sodass ich eine Ausbildung zur Hundetrainerin begonnen und 2017 erfolgreich absolviert habe.

„Egal wie wenig Geld und Besitz du hast, einen Hund zu haben, macht dich reich.“   Louis Sabin

Mein Training

MIT HERZ UND HIRN FÜR MENSCH UND HUND

Wie bei so vielem macht es die Mischung. Ein vertrauensvolles Zusammenleben und eine faire Beziehung zwischen Mensch und Hund sind mir wichtig. Das bedeutet für mich, dass Gewalt und Härte in meinem Training keinen Platz haben. Ich trainiere selbstverständlich über positive Verstärkung, dennoch können auch eine Grenzsetzung und ein Verhaltensabbruch ohne positive Verstärkung erfolgen. Die Formung von erwünschtem und alternativem Verhalten statt des unerwünschten Verhaltens ist und bleibt natürlich das Trainingsziel.


Auch den menschlichen Ausdruck, die Körpersprache können wir bewusst einsetzen und nutzen. Denn unbewusst tun wir es ja ohnehin. Damit ist kein grober oder roher Umgang gemeint, sondern ein authentisches Berücksichtigen der körperlichen (Ausdrucks-) Möglichkeiten.


Ich halte nichts von Pauschallösungen oder von „Schnell mal am Ohr drehen und ziehen, dann tickt Bello wieder richtig“, salopp formuliert. So etwas gibt es schlichtweg einfach nicht. Manchmal kann der Weg zur Lösung eines Problems und zur Umformung eines problematischen Verhaltens auch etwas steinig sein und länger dauern. Wenn der Ansatz zur Lösung stimmig ist, zeigen sich erste Erfolge aber in der Regel recht schnell. Wenn nicht, muss man auch mal verschiedene Ansätze ausprobieren, bis nachhaltige Verhaltensänderungen stattfinden können. Denn jeder Hund und jeder Mensch ist anders und individuell.


Gerne gestalte ich mein Training locker, mit Verständnis für Mensch und Hund und wenn es geht auch mit Humor und einem Augenzwinkern. Denn vor allem auch bei Rückschlägen im Training, die es durchaus auch auf dem richtigen Weg geben kann, oder in schwierigen Situationen kann ein Lachen alle Beteiligten unterstützen oder wieder leichter auf Kurs bringen.

Albo: Captain Chaos, Schoßsitzer, Assistent

Menschenfreund mit kompensatorischer Hektik und Drive-by-Schlecken, Rabauke, für alle Aktivitäten zu begeistern, tendenziell übermotiviert, ein Fan von Longieren, Nasenarbeit und Parcours, verfressen ohne Ende „Gib mir bitte 'nen Fisch! Deine Stulle oder Banane tun es aber auch!“, fremde Artgenossen insbesondere Rüden müssen nicht unbedingt sein, besonders wenn sie groß sind. Im Zweifel fürs Schoßsitzen. Assistent im Training.